Storchen-TV

Unser Storchen-TV Mügeln existiert seit 2016, auch dank der großzügigen Sponsoren. Seither konnten sich viele Liebhaber dieser „Glücksvögel“ an den schönen Live-Bildern erfreuen. Leider kam es 2020 zu einem irreparablen technischen Defekt, den wir wegen der Gefährdung der Jungstörche zunächst nicht beheben konnten. Im März 2021 wurde eine neue modernere Kamera installiert, zahlreiche Spenden ermöglichten den Kauf dieser Technik. 

Besonders unsere Vereinsmitglieder Bernhard Sommer, Storchenbeauftragter der Stadt Mügeln, und Hans-Jürgen Höhne, Bezirksschornsteinfeger, hatten durch ehrenamtliche Funktion und Beruf schon länger mit den Mügelner Störchen zu tun. Regelmäßig informierten sie im Verein zu den Störchen.

So auch 2011, als Hans-Jürgen Höhne einem Storch das Leben retteten. Bei der Landung auf einem verfüllten Schornstein war das Tier hineingefallen. Mit Presslufthammer gelang es den Storch zu befreien, ihn anschließend wieder aufzupäppeln und in die Freiheit zu entlassen. 2015 verunglückte ein Altstorch in der Brutzeit und kam nicht zum Horst zurück. Der verbliebene Elternstorch konnte die Brut nicht allein bewältigen. Mittels Hubsteiger wurden die Eier geborgen und zunächst in einem Brutkasten zwischengelagert. Nachdem der erste Storch geschlüpft war, wurde er mit den übrigen Eiern zur Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg verbracht. Dort verteilte man das Jungtier und die Eier auf verschiedene Horste in Brandenburg. Die Rettungsaktion nahm ein erfolgreiches Ende, denn alle Tiere wurden aufgezogen.

Angesichts dieser Vorgeschichte verwundert es nicht, dass 2016 die Idee zum Storchen-TV Mügeln geboren wurde.

Storchenbeauftragter Bernhard Sommer erfasst alle statistischen Daten:

60 Störche sind seit 2000 in einem Horst in Mügeln flügge geworden – meist im Horst auf dem alten Schonstein der „Varia“, einige wenige auch in einem Nest der Gärtnerei Georgi.

Besonders erfolgreich war die Aufzucht in den letzten beiden Jahren. 2019 konnten im Juli 5 und 2020 4 Jungstörche in Richtung Afrika aufbrechen! Das Ergebnis 2020 ist angesichts der großen Trockenheit und des im Juni begonnenen Abrisses des alten „Varia“-Betriebsgebäudes, unmittelbar unter dem Storchennest, besonders bemerkenswert! Der Abriss erfolgte mit besonderer Vorsicht und die heranwachsenden Störche konnten dem ungewöhnlichen Treiben unter ihnen interessiert zuschauen.

Seit 2016 wurden alle Jungstörche beringt. Erstaunlicherweise wurden von diesen Störchen 2019 und 2020 je einer in Polen wieder gesichtet. Das ist insofern interessant, da man davon ausgeht, dass die Störche erst nach ca. 3 bis 4 Jahren Afrika erstmals wieder verlassen, wenn sie geschlechtsreif sind. Dann ziehen sie in die Gegend, in der sie flügge wurden, um selbst Nachwuchs aufzuziehen.